Wir fördern Persönlichkeiten statt Arbeitskräfte

Interview mit Bernd Bogert, Geschäftsführer der St. Gereon Seniorendienste

Die St.-Gereon-Seniorendienste, ein mittelständisches Unternehmen mit ca. 250 Beschäftigten, werden in einem Atemzug mit der Deutschen Bahn AG, der BMW-Group und dem Umweltbundesamt genannt. Die Gemeinsamkeit: ihr vorbildliches Engagement im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Dafür wurde das Unternehmen mit Sitz in Hückelhoven bei Aachen bereits mehrfach ausgezeichnet – zum Beispiel mit dem Deutschen Unternehmenspreis Gesundheit oder dem Siegel „Great Place to work“ für die besten Arbeitgeber im Gesundheitswesen.

Der Erfolg des Unternehmens spiegelt sich in einer wichtigen Kennzahl wider: anstatt, wie branchenüblich, Krankenstände von sieben bis acht Prozent zu verzeichnen, lagen die Krankenstände beim St.-Gereon-Seniorendienst im letzten Jahr mit knapp vier Prozent deutlich unter dem Branchenschnitt. Das war allerdings nicht immer so: als vor ein paar Jahren der Krankenstand die sieben-Prozentmarke erreichte, beschloss die Geschäftsführung zu handeln – mit Erfolg. Innerhalb weniger Jahre hat das Unternehmen, welches sich in kirchlicher Trägerschaft befindet, ein sehr gutes betriebliches Gesundheitsmanagement aufgebaut und die intensive Gesundheitsförderung hat sich bereits ausgezahlt. Dank der Präventionsmaßnahmen spielen psychische Erkrankungen kaum mehr eine Rolle – obwohl die Risikofaktoren in der Branche hoch sind: hohes Arbeitsaufkommen, Schichtdienst sowie körperliche und emotionale Belastungen durch die Arbeit mit zum Teil Mehrfacherkrankten zeichnen den Alltag eines Pflegers und einer Pflegerin.

Bernd Bogert, seit mehr als 30 Jahren Geschäftsführer bei den St.-Gereon-Seniorendiensten, hat für die positive Entwicklung im Unternehmen eine einfache Erklärung: „Unser Erfolg ist unsere Grundhaltung. Wir setzen auf das Mitunternehmertum unserer Mitarbeitenden und fördern Persönlichkeiten statt Arbeitskräfte. Uns interessiert das Potenzial unserer Beschäftigten, ihre persönlichen Interessen, Kenntnisse und Fähigkeiten.“ Eigenverantwortung für die Gesundheit tragen und auf sich achten sind wichtige Bestandteile der Präventionsmaßnahmen. „Wir sind für unsere Mitarbeiter da und haben immer ein offenes Ohr. Das sehen wir als Teil unserer Managementaufgabe an.“ Weitere Erfolgsfaktoren sind ein konstruktives und wertschätzendes Miteinander sowie Flexibilität in vielen Bereichen. „Wir möchten unseren Mitarbeitern den Druck nehmen und suchen für jeden nach individuellen Lösungen.“ Flexible Arbeitszeiten im Pflegebereich oder sogar Home-Office? Kein Problem, so Bogert. „Warum sollte der pflegerische Mitarbeiter die umfangreiche Dokumentation nicht von zu Hause aus erledigen können?“ Eine große Rolle spielt außerdem die Mitgestaltung des Arbeitsplatzes durch die Mitarbeiter: „Die Arbeit kann innerhalb bestimmter Verantwortungsbereiche selbst organisiert werden. Zudem sind unsere Mitarbeiter dazu angehalten für die eigene Gesundheit zu sorgen aber auch auf die Kollegen zu achten“, erklärt Bernd Bogert.

Bei soviel Engagement ist es selbstverständlich, dass die St.-Gereon-Seniorendienste keine Probleme mit dem branchenüblichen Fachkräftemangel haben. Und um in die Zukunft zu investieren, bildet der Mittelständler als größter Ausbildungsträger in NRW für Altenpfleger und Altenpflegerinnen 180 junge Menschen aus.

Präventionskurse, Schulungen für Führungskräfte, Aktionen und Gesundheitstage – all dies gehört zum Arbeitsalltag der Beschäftigten des St.-Gereon-Seniorendienstes und trägt zur Lebensbalance der Mitarbeitenden bei – davon ist Bogert überzeugt und genau das wird bei Auszeichnungen, wie dem Deutschen Unternehmenspreis Gesundheit, die das Unternehmen in den letzten Jahren erhielt, lobend hervorgehoben. Gerade deshalb gilt der Slogan „St. Gereon tut gut“ nicht nur für die Kunden des Unternehmens, sondern vor allem auch für die Mitarbeiter selbst.

Tipps für andere Unternehmen

Bernd Bogert, Geschäftsführer der St.-Gereon-Seniorendienste empfiehlt folgende Maßnahmen, um die psychische Gesundheit von Mitarbeitern am Arbeitsplatz zu fördern:

  • Führen Sie eine anonyme Mitarbeiterbefragung durch. Nur so bekommen Sie heraus, wo es wirklich hakt. Das kann ein gutes Instrument sein, um nah am Mitarbeiter zu bleiben und ein guter erster Schritt, um das Thema Gesundheitsförderung zu starten.
  • Nehmen Sie Ihre Mitarbeiter ernst und halten Sie persönlichen Kontakt. Wenn Sie Ihren Mitarbeitenden das Gefühl geben, „nur mit euch schaffen wir das“ und dies auch kommunizieren, dann schaffen Sie ein vertrauensvolles und konstruktives Klima.
  • Man braucht kein riesiges Programm für die Gesundheitsförderung. Es sind oft die kleinen Dinge, die die größte Wirkung haben: Ein Gesundheitstag im Jahr, eine Schulung für Führungskräfte, eine wertschätzende Grundhaltung.

Das Unternehmen

Die St.-Gereons-Seniorendienste mit Sitz in Hückelhoven bei Aachen bieten Dienstleistungen im Pflegebereich an – von der Pflegeberatung, dem ambulanten Pflegedienst, der Tagespflege, über betreutes Wohnen und integrierte Kurzzeitpflege bis hin zur stationären Altenpflege.

Mehr Informationen finden Sie auf der Website der St. Gereon Seniorendienste.