Kein Stress mit dem Stress -

In der Pflege

Wer in der Altenpflege tätig ist, hat sich für ein sinnstiftendes, aber auch forderndes Berufsfeld entschieden. Die Nähe zu den Menschen und die enge Zusammenarbeit im Team machen den Pflegeberuf für viele zu einer erfüllenden Arbeit. Zugleich stellen unregelmäßige Arbeitszeiten, fehlende erholungswirksame Freiphasen und emotional fordernde Beziehungsarbeit tagtäglich hohe Ansprüche.

Vielen Einrichtungs- und Wohnbereichsleitungen ist gar nicht bewusst, wie viel Einfluss sie auf Gesundheit und Wohlbefinden der Pflegenden haben. Oft können schon kleine Veränderungen zum Beispiel bei der Dienstplangestaltung, der Zusammenarbeit im Team oder dem Umgang mit Konflikten viel bewirken. Das Projekt psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA) unterstützt Sie dabei. Fangen Sie gleich an zu stöbern. Viel Spaß!

Gesunde Beschäftigte

machen sich bezahlt

Studien zeigen: Jeder vom Betrieb in Gesundheitsprävention investierte Euro spart langfristig zwischen zwei und zehn Euro ein. Gesundheitsförderliche Maßnahmen nutzen also nicht nur den Beschäftigten, sondern zahlen sich auch für den Betrieb aus.

Seit 2009 sind Leistungen der betrieblichen Gesundheitsförderung in Höhe von 500 Euro pro Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter und Jahr steuerfrei. Betriebe können ohne steuerliche Prüfung Maßnahmen wie Bewegungsprogramme, Ernährungsangebote, Kurse zur Suchtprävention oder Stressbewältigung umsetzen, sofern diese bestimmte Anforderungen erfüllen.

Was Sie als Unternehmerin oder Unternehmer dabei beachten sollten:

  • Die genauen Kriterien sind im „Leitfaden Prävention“ der gesetzlichen Krankenkassen festgehalten. 
  • Nicht steuerbefreit sind Beiträge für Sportvereine oder Fitnessstudios. 
  • Die Gesamtkosten für eine Maßnahme können auf die teilnehmenden Beschäftigten aufgeteilt werden. 
  • Betriebe können auch Barzuschüsse oder Gutscheine für externe Maßnahmen an die Beschäftigten weitergeben. 
  • Die Steuerbefreiung gilt nur dann, wenn die Gesundheitsleistungen zusätzlich zum Arbeitslohn erbracht werden – eine Anrechnung auf den Lohn ist nicht steuerfrei. 
  • Auch bei Kosten von über 500 Euro ist eine Befreiung von der Steuerpflicht möglich. Arbeitgeber müssen dann nachweisen, dass die Maßnahmen „im überwiegend betrieblichen Interesse“ sind. Der Einzelfall muss mit dem zuständigen Finanzamt geklärt werden.

Machen Sie

den Selbsttest!

Testen Sie mit den Kurzchecks für die Pflege, wie es in Ihrer Einrichtung, bei Ihren Mitarbeitenden und bei Ihnen selbst um die psychische Gesundheit steht.

Schauen Sie auf Andere!

Wie setzen andere Einrichtungen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung in der Praxis um? In der psyGA-Handlungshilfe für Pflegeeinrichtungen berichten Leitungen verschiedener stationärer und ambulanter Einrichtungen, welche Strategien sie anwenden, um ihren Beschäftigten den oftmals stressigen Arbeitsalltag zu erleichtern. Häufig haben bereits kleine Maßnahmen einen großen Effekt.

 

 

Wir sind uns sicher, dass alle unsere Mitarbeitenden für das Thema Gesundheit sensibilisiert wurden. Der Krankenstand im Seniorenzentrum ist gesunken.
Wir sind für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter da und haben immer ein offenes Ohr. Wir möchten ihnen den Druck nehmen und suchen für jede und jeden nach individuellen Lösungen.
Die Pflegenden setzen das in einer Schulung erlernte täglich um und wir tauschen uns zusätzlich bei Bewohner- und Fallbesprechungen darüber aus. So konnten wir eine nachhaltige Verankerung des Erlernten erzielen.
Unser Wunsch war es, den ständig zunehmenden Dokumentationsaufwand zu reduzieren. Die Dokumentation sollte in der täglichen Pflege wieder zu einem hilfreichen Arbeitsinstrument werden.
Ich habe festgestellt, dass Pflegende und Angehörige von einem gemeinsamen Austausch profitieren. Für mich heißt das, immer wieder für Begegnungsmöglichkeiten zu sorgen.
Vor allem im Bereich Arbeitgeberattraktivität haben wir uns spürbar verbessert. Die Bewerberlage ist relativ gut und die Verweildauer der Mitarbeitenden hat sich erhöht.
Eine Mitarbeiterbefragung hat eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit gezeigt und Beschäftigte nutzen die vielfältigen Angebote zur Gesundheitsförderung rege.
Wir erwarten von uns und unseren MitarbeiterInnen, dass wir so arbeiten, dass wir selbst oder unsere Angehörigen bei uns wohnen möchten.
Pausenzeiten werden jetzt eingehalten, denn es ist klar geregelt, wer wann in Pause geht, wer wen vertritt und wer wann welchen Kolleginnen und Kollegen hilft.

Werden Sie aktiv!

Die Materialien des Projekts psyGA bieten spannende Informationen zum Thema psychische Gesundheit am Arbeitsplatz und praktische Tipps, wie Sie gezielt die Gesundheit im Betrieb schützen und fördern können.

Alle Materialien sind hier kostenlos verfügbar.

Einige ausgewählte Materialien und Arbeitshilfen:

Handlungshilfe für Pflegeeinrichtungen

Handlungshilfe für Pflegeeinrichtungen

Handlungshilfe für das Gastgewerbe

Handlungshilfe für das Gastgewerbe

Handlungshilfe für das Handwerk

Handlungshilfe für das Handwerk

Rollstuhlfahrerin

Holen Sie sich Unterstützung!

Wenn es um die konkrete Umsetzung gesundheitsförderlicher Maßnahmen im eigenen Betrieb geht, kann eine externe Beratung sehr hilfreich sein. Verschiedene Institutionen und Projekte bieten solche Beratungen an und können erster Ansprechpartner sein, wenn es konkret wird.

Betriebskrankenkassen

Die Beraterinnen und Berater der Betriebskrankenkassen (BKK) unterstützen Unternehmen aller Branchen und Größen bei der Gesundheitsförderung. Der Dachverband der Betriebskrankenkassen hat außerdem die Projektleitung von psyGA inne und legt damit einen Schwerpunkt auf Schutz und Förderung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz.

Andere Krankenkassen

Auch die anderen gesetzliche Krankenkassen erfüllen als Teil der Sozialversicherung in Deutschland den öffentlichen Auftrag, Gesundheit und Prävention in der Arbeitswelt zu fördern. So bieten neben den BKK auch die Innungskrankenkassen (IKK), die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) und die Ersatzkassen (zusammengeschlossen zum Verband der Ersatzkassen vdek) individuelle Unterstützung für Betriebe. Eine gute erste Anlaufstelle ist die Krankenkasse, bei der die meisten Beschäftigten versichert sind.

Berufsgenossenschaften und Unfallkassen

Die branchenspezifischen Berufsgenossenschaften und die Unfallkassen bilden gemeinsam die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Auch sie kümmern sich um gesundheitliche Prävention im Betrieb, ihr Schwerpunkt liegt dabei beim Thema Arbeitsschutz, Unfallprävention und berufliche Wiedereingliederung.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) bietet auf Ihrer Website www.bgw-online.de vielfältige Informationen und Angebot rund um das Thema Gesundheit in Pflegeeinrichtungen.

Staatlicher Arbeitsschutz der Länder

Auf Landesebene sind die Staatlichen Ämter für Arbeitsschutz für die Überwachung der Einhaltung staatlicher Arbeitsschutzvorschriften zuständig. Sie koordinieren die Aktivitäten zum Thema Arbeitsschutz und sollen dessen Qualität sicherstellen. Außerdem sind sie Ansprechpartner für Arbeitgeber und Beschäftigte zu allen Themen rund um Arbeitsschutz und Gesundheit im Betrieb.

unternehmensWert:Mensch

Das Programm unternehmensWert:Mensch (uWM) ist Teil der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), zu der aus psyGA gehört, und wird somit vom Bundesarbeitsministerium gefördert. Die Beraterinnen und Berater von uWM unterstützen kleine und mittlere Unternehmen dabei, eine mitarbeiterorientierte Personalstrategie zu entwickeln. Dabei können je nach Bedarf viele Themen eine Rolle spielen – auch die (psychische) Gesundheit.

Offensive Gesund Pflegen

Die Offensive Gesund Pflegen ist das große Netzwerk innerhalb der Intitiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), das sich mit dem Thema Gesundheit in Pflegeberufen beschäftigt. Ihr Ziel ist es, Arbeitsbedingungen und berufliche Perspektiven in der Pflege zu verbessern. Dafür arbeitet sie auch in regionalen Netzwerken direkt vor Ort.

Modellprojekt DemOS

Das Modellprojekt Demenz, Organisation, Selbstpflege (DemOS) beschäftigt sich gezielt mit der Frage, wie Pflegende von an Demenz erkrankten Personen optimal unterstützt und gefördert werden können. Hierzu hat DemOS praxisnahe Kurzfilme zu verschiedenen Themen und ergänzende Praxishilfen veröffentlicht.

psyGA Kooperationspartner

20 Partner – von Unfallversicherungsträgern wie der BGN über Krankenkassen bis zu Forschungsinstituten wie dem Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung – beteiligen sich aktiv am Projekt psyGA. Mit regionalen Transferveranstaltungen, der Erstellung von Materialien und weiteren Maßnahmen unterstützen Sie die Förderung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz. Auf der psyGA-Website erfahren Sie, was die einzelnen Kooperationspartner beitragen.

Weitere Ansprechpartner

Unterstützung beim Thema Gesundheit im Betrieb bieten auch die Industrie- und Handelskammern (IHK), die Handwerkskammern (HWK) sowie verschiedene Einrichtungen der Sozialpartner wie die Bildungswerke der Wirtschaft und die Bildungswerke der Gewerkschaften.