2015 glücklicher arbeiten

Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen erreichen neuen Höchsstand / Initiative Neue Qualität der Arbeit fördert psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Seit den siebziger Jahren hat sich bei Beschäftigten in Deutschland die Zahl der Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen mehr als verfünffacht. Zu diesem Ergebnis kommt der neue BKK-Gesundheitsreport 2014. Im Schnitt fehlen die Beschäftigten 40 Tage bei einer psychischen Erkrankung, keine andere Krankheit sorgt für so lange Ausfallzeiten. Die Initiative Neue Qualität der Arbeit des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, welche breit von Sozialpartnern, den Kammern, der BA und den Ländern getragen wird, hat die Problematik früh aufgegriffen und setzt sich seit Jahren für gesunde Arbeitsbedingungen in Unternehmen ein.

Mit dem Jahreswechsel nehmen sich viele Menschen positive Veränderungen in ihrem Alltag vor. Das neue Jahr ist auch ein guter Anlass, um das eigene Arbeitsleben zu reflektieren. Wie will ich 2015 arbeiten? Was macht mich glücklich? Wie kann ich mein Berufs- und Privatleben noch besser miteinander vereinbaren?

Die gute Nachricht lautet: Jeder kann selbst aktiv werden, um im neuen Jahr glücklicher zu arbeiten. Dabei unterstützt die Initiative Neue Qualität der Arbeit sowohl Arbeitgeber als auch Beschäftigte mit zahlreichen Handlungshilfen und Checks im Rahmen des Projektes Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA).

 

5 Tipps für ein glückliches Arbeitsjahr 2015

Dr. Natalie Lotzmann, Initiative Neue Qualität der Arbeit und Vice President HR der SAP AG
Viele Beschäfigte fragen sich: Wie kann ich 2015 zu einem erfolgreichen und guten Arbeitsjahr machen?

1. Gehen Sie achtsam mit sich um.
Finden Sie heraus, was Ihnen Energie gibt und Ihnen richtig gut tut. Planen Sie davon etwas jeden Tag bewusst in Ihren Alltag ein. Berücksichtigen Sie dabei nach Möglichkeit Ihren Biorhythmus. Entscheiden Sie, ob Sie es allein oder mit anderen tun wollen und tragen Sie diese Zeiten der Regeneration als Termine in Ihren Kalender ein. Nehmen Sie sich wichtig!


2. Halten Sie inne, bevor Sie reagieren.
Wenn Sie etwas stresst, atmen Sie erst einmal tief durch: Worum geht es hier wirklich? Überlegen Sie, wie die Situation am besten gelöst werden kann und was wirklich zielführend ist, um dies zu erreichen. Oftmals ist es nicht klug, dem ersten Impuls zu folgen.


3. Sichern Sie sich Unterstützung.
Was auch immer es ist, Sie sind damit nicht allein. Haben Sie Mut und vertrauen Sie sich jemandem an. Oftmals ist Unterstützung näher als man denkt. Wenn Sie bemerken, dass sich Ihre Stress-Situationen immer ähneln, könnte auch eine professionelle Beratung hilfreich sein. Viele Betriebe stellen hier eine vertrauliche Unterstützung zur Verfügung.


4. Überdenken Sie Ihre Selbstorganisation.

Hand aufs Herz: Wie gut ist Ihr Zeit- und Selbstmanagement? Neigen Sie dazu, immer „ja“ zu sagen, ohne Ihre zeitlichen Möglichkeiten zu überschauen? Schenken Sie diesem Thema Aufmerksamkeit und holen Sie sich Rat bei jemandem, den Sie als sehr organisiert beobachten oder profitieren Sie von einem der vielen Ratgeberbücher.

5. Arbeiten Sie gegen Ihren inneren Perfektionismus.
Es ist heute nicht mehr möglich, alles zu wissen, alles zu können und alles zu erledigen. Lernen Sie loszulassen und klären Sie immer, bis wann etwas wirklich erledigt sein muss, wo vielleicht 80 Prozent reichen oder was delegiert werden kann. Besprechen Sie rechtzeitig mit Ihrer Führungskraft Ihre Prioritäten.

 

Das Projekt Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA) der Initiative Neue Qualität der Arbeit (Bundesministerium für Arbeit und Soziales) informiert darüber, wie Mitarbeitende vor zu viel Stress geschützt werden und sowohl Personalverantwortliche als auch Beschäftigte selbst Belastungen entgegenwirken können. Unter dem Motto "Kein Stress mit dem Stress" bietet psyGA praxisnahe Materialien zum Thema psychische Gesundheit für Unternehmen und Organisationen aller Branchen und Größen. Die Projektleitung liegt beim BKK Dachverband e.V.

 

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit: Zukunft sichern, Arbeit gestalten

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern, Verbänden und Institutionen der Wirtschaft, Gewerkschaften, der BA, Unternehmen, Sozialversicherungsträgern und Stiftungen. Ihr Ziel: mehr Arbeitsqualität als Schlüssel für Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland. Dazu bietet die im Jahr 2002 ins Leben gerufene Initiative inspirierende Beispiele aus der Praxis, Beratungs- und Informationsangebote, Austauschmöglichkeiten sowie ein Förderprogramm für Projekte, die neue personal- und beschäftigungspolitische Ansätze auf den Weg bringen.

Weitere Informationen: www.inqa.de

 

Die Themenbotschafter der Initiative Neue Qualität der Arbeit stehen gerne für Interviews bereit:

  • Thomas Sattelberger, ehemals Vorstand Personal und Arbeitsdirektor, Deutsche Telekom AG (Themenfeld Personalführung)
  • Prof. Dr. Jutta Rump, Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability IBE an der Hochschule Ludwigshafen (Themenfeld Chancengleichheit & Diversity)
  • Dr. Natalie Lotzmann, Leitung Globales Gesundheitsmanagement, SAP AG (Themenfeld Gesundheit)
  • Rudolf Kast, Vorstandsvorsitzender des Demographie-Netzwerks (ddn) (Themenfeld Wissen & Kompetenz)

Außerdem vermitteln wir gerne Interviews mit Experten und Unternehmensvertretern aus verschiedenen Branchen.