Tag der seelischen Gesundheit

Kein Stress mit dem Stress: psyGA unterstützt Unternehmen

Unsere Arbeitswelt ist komplexer geworden. Die Schlagzahl im Job nimmt zu, Prozesse verdichten sich. Handy und Laptop geben zwar neue Freiheiten, erschweren aber auch im wahrsten Sinne das Abschalten und eine klare Trennung zwischen Privatleben und Beruf. Dies hat Folgen für unser Wohlbefinden:
Mit 59 Millionen Fehltagen pro Jahr und 43 Prozent aller Frühverrentungen in Deutschland spielen psychische Krankheiten in der öffentlichen Wahrnehmung eine immer wichtigere Rolle.

Das Projekt Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA) der Initiative Neue Qualität der Arbeit (Bundesministerium für Arbeit und Soziales) informiert, wie Mitarbeitende vor Stress geschützt werden und sowohl Personalverantwortliche als auch die Beschäftigten selbst zu hohen Belastungen entgegenwirken können. Unter dem Motto „Kein Stress mit dem Stress“ bietet psyGA viele praxisnahe Materialien zum Thema psychische Gesundheit für Unternehmen und Organisationen aller Branchen und Größen und richtet sich sowohl an Arbeitgeber als auch an Arbeitnehmer.

5 Tipps gegen Stress am Arbeitsplatz

Dr. Natalie Lotzmann, Initiative Neue Qualität der Arbeit und Vice President HR der SAP AG
Viele Beschäfigte fragen sich: Was kann ich gegen Stress am Arbeitsplatz tun?

1. Gehen Sie achtsam mit sich um.
Finden Sie heraus, was Ihnen Energie gibt und Ihnen richtig gut tut. Planen Sie davon etwas jeden Tag bewusst in Ihren Alltag ein. Berücksichtigen Sie dabei nach Möglichkeit Ihren Biorhythmus. Entscheiden Sie, ob Sie es allein oder mit anderen tun wollen und tragen Sie diese Zeiten der Regeneration als Termine in Ihren Kalender ein. Nehmen Sie sich wichtig!


2. Halten Sie inne, bevor Sie reagieren.
Wenn Sie etwas stresst, atmen Sie erst einmal tief durch: Worum geht es hier wirklich? Überlegen Sie, wie die Situation am besten gelöst werden kann und was wirklich zielführend ist, um dies zu erreichen. Oftmals ist es nicht klug, dem ersten Impuls zu folgen.


3. Sichern Sie sich Unterstützung.
Was auch immer es ist, Sie sind damit nicht allein. Haben Sie Mut und vertrauen Sie sich jemanden an. Oftmals ist Unterstützung näher als man denkt. Wenn Sie bemerken, dass sich Ihre Stress-Situationen immer ähneln, könnte auch eine professionelle Beratung hilfreich sein. Viele Betriebe stellen hier eine vertrauliche Unterstützung zur Verfügung.


4. Überdenken Sie Ihre Selbstorganisation.

Hand aufs Herz: Wie gut ist Ihr Zeit- und Selbstmanagement? Neigen Sie dazu, immer „ja“ zu sagen, ohne Ihre zeitlichen Möglichkeiten zu überschauen? Schenken Sie diesem Thema Aufmerksamkeit und holen Sie sich Rat bei jemandem, den Sie als sehr organisiert beobachten oder profitieren Sie von einem der vielen Ratgeberbücher.

5. Arbeiten Sie gegen Ihren inneren Perfektionismus.
Es ist heute nicht mehr möglich, alles zu wissen, alles zu können und alles zu erledigen. Lernen Sie loszulassen und klären Sie immer, bis wann etwas wirklich erledigt sein muss, wo vielleicht 80 Prozent reichen oder was delegiert werden kann. Besprechen Sie rechtzeitig mit Ihrer Führungskraft Ihre Prioritäten.

Neue INQA-Materialien für Unternehmen und Beschäftigte

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit bietet Materialien für unterschiedlichste Unternehmen und Organisationen, um die Förderung der psychischen Gesundheit zu unterstützen. 2014 sind beispielsweise die psyGA-Praxisordner „Kein Stress mit dem Stress“ für die Branchen Handel und Warenlogistik sowie für den wettkampforientierten (Leistungs-)Sport erschienen. Die Praxisordner zeigen anhand branchenspezifischer Best Practice-Beispiele, dass die Förderung der psychischen Gesundheit auch in kleinen Unternehmen kein Hexenwerk ist. Expertinnen und Experten geben zudem praktische Tipps, was Führungskräfte beim Thema beachten sollten.

Wie steht es um die psychische Gesundheit meiner Beschäftigten? Auf welche Signale sollte geachtet werden? Der INQA-Check „Psychische Gesundheit“, der momentan entwickelt wird, soll darüber Auskunft geben, ob Handlungsbedarf in Sachen psychischer Gesundheit angezeigt ist. Unternehmen und Organisationen können ihren Stand anhand des Checks in verschiedenen Bereichen wie Unternehmenskultur, betriebliches Gesundheitsmanagement oder Führung und Arbeitsorganisation ermitteln. Auf dieser Basis können im nächsten Schritt neue Maßnahmen angestoßen werden. Der Check wird voraussichtlich noch in diesem Jahr online geschaltet. Auf der psyGA-Website stehen bereits jetzt einzelne Kurz-Checks als Einstiegs- und Analyse-Tools zur Verfügung.

Weitere Informationen unter www.psyga.info

In der rechten Spalte finden Sie den psyGA-Check „So belastet bin ich“ im PDF-Format. Wir freuen uns, wenn Sie unser Projekt redaktionell aufgreifen und vermitteln Ihnen gerne Interviews mit Expertinnen und Experten zum Thema.

Initiative Neue Qualität der Arbeit – ein wachsendes Netzwerk

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit ist Initiator und Motor regionaler Kooperationen, die Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch von Unternehmen zu Unternehmen ermöglichen und fördern. Gelegenheit zum Austausch und eine Inspiration für Betriebe bieten bundesweit und regional aktive Unternehmens-, Experten- und Beraternetzwerke. Im Mittelpunkt aller Aktivitäten stehen dabei immer die Fähigkeiten und Kompetenzen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Weitere Informationen unter www.inqa.de.