Wie Unternehmen auch in bewegten Zeiten gesund bleiben – Tipps für ein erfolgreiches BGM

Projekt psyGA bietet kostenloses Qualifizierungsangebot für Gesundheitsbeauftragte

Ein Betriebliches Gesundheitsmanagament (BGM) kann die Arbeitsbedingungen in Unternehmen entscheidend verbessern. Dennoch setzt laut einer Studie des Instituts für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung nur knapp ein Viertel (24 %) der Betriebe BGM in der Praxis um. Die neue Seminarreihe des Projekts Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA) will das ändern. Ihr Ziel: eine praxisnahe und qualitätsgesicherte Weiterbildung für Gesundheitsbeauftragte in Unternehmen. Durch den ganzheitlichen Ansatz nimmt BGM auch die psychische Gesundheit in den Blick und kann sie gerade in bewegten Zeiten stärken.

Auch wenn sich das Betriebliche Gesundheitsmanagement zunehmend professionalisiert, gibt es im BGM viele Quereinsteiger. „Mit dem Qualifizierungsangebot wollen wir Räume schaffen, in denen die Akteure ihr eigenes Handeln reflektieren können“, so die Autorin der Seminarreihe, Prof. Dr. Nadine Pieck. Hauptzielgruppe des Seminarangebots sind BGM-Verantwortliche in Unternehmen, die andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter qualifizieren. Damit sie auf aktuelle Entwicklungen eingehen können, sind sie auf berufsbegleitende Weiterqualifizierung angewiesen.

Dazu stellt ihnen das Projekt psyGA Präsentationen und Arbeitshilfen in vier Themenbereichen unter psyga.info/qualifizierung zur Verfügung. Neben den Grundlagen des BGM geht es um die Auswahl der passenden Methoden und Instrumente sowie um Tipps für die Einführung eines BGM. Auch aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen werden thematisiert. Das Angebot ist auch für kleine und mittlere Unternehmen geeignet und wurde in Kooperation mit dem Institut für interdisziplinäre Arbeitswissenschaft (iAW) der Leibniz Universität Hannover entwickelt.

 

 

5 Tipps, mit denen Ihr BGM gelingt

 

1. Finden Sie heraus, wo im Unternehmen der Schuh drückt.

Im Betrieblichen Gesundheitsmanagement können sich Unternehmen von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ehrliches Feedback zu den Arbeitsbedingungen einholen. Fragen Sie dazu zum Beispiel in Mitarbeiterbefragungen, bei Arbeitssituationsanalysen oder in moderierten Analyseworkshops, wo Ihr Team Handlungsbedarf sieht. So können Sie anschließend an den richtigen Stellschrauben ansetzen.

2. Nehmen Sie die Bedenkenträger mit.

Es ist wichtig, auch Bedenken aufzunehmen und zu erörtern, unter welchen Bedingungen die Organisation das Thema BGM aufgreifen will. Ein Workshop ist als Auftakt gut geeignet. Führungskräfte sollten hier unbedingt mit am Tisch sitzen. Die Leitfrage sollte dabei sein: Was sind wichtige Anliegen aus Sicht des Unternehmens? Anschließend entscheiden Sie gemeinsam mit den Führungskräften, wo die Prioritäten liegen sollen.

3. Begrenzen Sie das Aufgabenfeld.

Mit welchen Bereichen und mit welchen Themen wollen Sie anfangen? Es hilft, wenn Sie Ihr BGM zunächst auf „Teststrecken“ ausprobieren und sich einen Ausschnitt vornehmen, den Sie realistisch bearbeiten können. Gut geeignet ist ein Thema mit mittlerem Schwierigkeitsgrad. So erhalten Sie die Anfangseuphorie und vermeiden, dass Beschäftigte resignieren.

4. Feiern Sie auch die Erfolge.

Wenn Sie nach einem Veränderungsprozess feststellen, dass Ihr Unternehmen in einem bestimmten Bereich gut aufgestellt ist, können Sie Bilanz ziehen. Es wird immer neue Themen für das Betriebliche Gesundheitsmanagement geben. Das liegt allein schon daran, dass auch die Rahmenbedingungen sich ständig verändern. Genießen Sie deshalb Verschnaufpausen und stecken Sie sich anschließend neue Ziele.

5. Holen Sie sich Unterstützung.

Wenn Sie an einem bestimmten Punkt nicht weiterkommen, kann eine externe Beratung hilfreich sein. Diese erhalten Sie zum Beispiel bei vielen Krankenkassen. Darüber hinaus gibt es im BGM zahlreiche Initiativen. Das Projekt „GeMit – Gesunder Mittelstand Deutschland“ der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) hat beispielsweise das Konzept der Betriebsnachbarschaften ins Leben gerufen, bei dem kleine und mittlere Unternehmen sich gegenseitig unterstützen.

Die Tipps sind ein Auszug aus dem Interview mit der psyGA-Expertin und Professorin für Gesundheitsförderung Nadine Pieck. Das vollständige Interview finden Sie hier.

 

 

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Anne Carine Schmidt

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Zum Hintergrund:

Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA)
Das Projekt Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA) der Initiative Neue Qualität der Arbeit (Bundesministerium für Arbeit und Soziales) informiert darüber, wie Mitarbeitende vor zu viel Stress geschützt werden und sowohl Personalverantwortliche als auch Beschäftigte selbst Belastungen entgegenwirken können. Unter dem Motto „Kein Stress mit dem Stress“ bietet psyGA praxisnahe
Materialien zum Thema psychische Gesundheit für Unternehmen und Organisationen aller Branchen und Größen. Die Projektleitung liegt beim BKK Dachverband e.V. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.