Arbeitsverdichtung

Termindruck, E-Mail-Flut und Multitasking: Warum wir immer mehr auf einmal bewältigen müssen

Angestellte am Schreibtisch mit Stapeln von Unterlagen schlägt die Hände über den Kopf zusammen. ©: Monkey Business Images/shutterstock.comUnser Berufsalltag hat sich gerade in den letzten Jahren enorm verändert. Wir arbeiten mobil, flexibel und sind auch nach Arbeitsschluss überall erreichbar. Die neuen Kommunikationstechnologien machen es möglich.

In der Folge müssen wir in unserem Arbeitsleben immer mehr und immer schneller Informationen verarbeiten und Aufgaben bewältigen. Der Puls schlägt im wahrsten Sinne des Wortes schneller. Unsere körperlichen und seelischen Kapazitäten sind aber begrenzt. Dieses Missverhältnis empfinden wir als Stress, als Überforderung. Wird der Zustand „chronisch“, kann er die Gesundheit beeinträchtigen.

Gefragt sind neue Lösungen für den beruflichen Alltag, um angesichts von Arbeitsverdichtung und Überlastung die Gesundheit von Mitarbeitenden zu fördern und zu erhalten. Das ist eine Führungsaufgabe – unterstützt durch das betriebliche Gesundheitsmanagement und den Arbeits- und Gesundheitsschutz.

„Ich bin dicht!“ – Was ist eigentlich Arbeitsverdichtung?

Arbeitsverdichtung bewirkt die Steigerung der Arbeitsintensität, d.h. die Arbeit, die in einer bestimmten Zeiteinheit geleistet wird oder geleistet werden muss, nimmt zu. Dies kann in Folge von Rationalisierungen, von Arbeitszeitverkürzungen, durch geänderte Tätigkeitsabläufe oder in Phasen hoher Auslastung im Unternehmen eintreten. Damit geht jedoch nicht zwangsläufig eine Steigerung der Arbeitsproduktivität einher.

Auf der Suche nach der verlorenen Balance

Gerade in Zeiten von Arbeitsverdichtung wird es immer wichtiger, einen Ausgleich in der eigenen Freizeit zu finden. Denn ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben ist es, was Psychologen Work-Life-Balance nennen und was Menschen glücklich und zufrieden macht – und letztendlich auch gesund und leistungsfähig im Job.

Dabei stehen wir in unserem Leben immer wieder neu vor der Aufgabe dieses Spannungsverhältnis zu lösen und die verschiedenen Bereiche unseres Lebens wie Familie, Beruf, Bildung, gesellschaftliches Engagement sowie unsere ganz privaten Interessen miteinander in Einklang zu bringen.

Wenn die Balance zwischen Privat- und Berufsleben aus dem Gleichgewicht kommt, kann das negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben – von Schlafstörungen über mentale Erschöpfung bis hin zu Angstgefühlen und Burnout.

Glück und Karriere: das muss kein Widerspruch sein! Deswegen sind Menschen mit Personalverantwortung in den Unternehmen aufgefordert, die Lebensbalance ihrer Mitarbeiter im Blick zu haben und zu unterstützen. Das Resultat: Ein dreifacher Gewinn – für die Arbeitnehmer, für die Unternehmen und für die Gesellschaft.

Was ist Work-Life-Balance? Und was bringt sie Unternehmen?

Unter Work-Life-Balance versteht man die Möglichkeit der Vereinbarkeit von Arbeitsleben und Privatleben. Sie hängt von der Arbeitsflexibilisierung in Bezug auf Zeit und Ort ab: Also von der Dauer, Lage und Planbarkeit bzw. Vorhersehbarkeit der Arbeitszeit und der Möglichkeit, nicht an einen Arbeitsort gebunden zu sein, sondern beispielsweise auch zuhause arbeiten zu können. Die Balance zwischen Arbeits- und Privatleben ist eine wesentliche Voraussetzung, dass die Einsatzbereitschaft, Loyalität und Motivation der Mitarbeiter langfristig stimmt. Davon hängt der Unternehmenserfolg in entscheidender Weise ab. Die Erfahrungen haben zudem gezeigt, dass Investitionen in Maßnahmen der Work-Life-Balance sich schnell amortisieren. So verkürzen sich zum Beispiel die krankheitsbedingten Ausfallzeiten. Weitere Vorteile sind:

  • Wettbewerbsvorteil bei der Gewinnung qualifizierter Fach- und Führungskräfte
  • Stärkere Bindung guter und wichtiger Beschäftigter an das Unternehmen
  • Höhere Identifikation und Loyalität der Mitarbeitenden mit dem Unternehmen
  • Gesteigerte Flexibilität und höheres Engagement der Mitarbeiter
  • Bessere Nutzung des Kreativitätspotenzials der Beschäftigten für Produkt- und Dienstleistungsinnovationen
  • Kostenersparnis durch geringere Fluktuation
  • Imagegewinn durch innovative Mitarbeiterführung und gelebte Unternehmenskultur

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