Gesundheitsgerechte Unternehmenskultur

Partnerschaftlich und mitarbeiterorientiert

Drei Männer in Arbeitskleidung im Spindraum schauen zufrieden. ©: plainpicture/CulturaEine gesundheitsförderliche Unternehmenskultur – eine Gesundheitskultur – ist Basis für die Förderung der Gesundheit im Unternehmen. Sie schafft mit ihren Traditionen und Werten ein unverwechselbares Klima, den Nährboden für Zufriedenheit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Wenn in „ungesunden“ Kulturen, in sogenannten Misstrauenskulturen, das Schreckgespenst der Angst und Verunsicherung herrscht, kommt es häufig zu unproduktiven Konflikten, dreht sich alles um Kontrolle, Konsensbildung und permanente Abstimmung.

Das bindet Ressourcen und Energien und das eigentliche Geschäft muss auf der Strecke bleiben. Gesunde, partnerschaftliche bzw. mitarbeiterorientierte Unternehmenskulturen setzen diesem zum Beispiel gemeinsame Ziele und Werte, Beteiligung und Kooperation entgegen, und der Erfolg gibt ihnen Recht: Ein hohes Maß an vertrauensvoller Kooperation verhilft zu insgesamt besseren Arbeitsergebnissen. Mitarbeitende fühlen sich unter diesen Bedingungen nicht nur wohler, sie sind dem Unternehmen gegenüber auch loyaler. Innere Kündigung findet hier keinen Nährboden. Eine gesunde Kultur, in der Beschäftigte fair, anerkennend und wertschätzend unterstützt werden (Anerkennungs-, Wertschätzungs- und/oder Fehlerkultur) hat nichts mit der reinen Belobigung und Hervorhebung herausragender Leistungen zu tun, sondern schafft Freiräume für Lern- und Innovationsfähigkeit.

Kulturgut Diversity

Wertschätzung und Anerkennung haben immer etwas mit Individuen zu tun. Eine gesunde Unternehmenskultur nimmt ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer Individualität wahr und ernst. Eine gesunde Kultur betrachtet die Vielfalt der Belegschaft – beispielsweise hinsichtlich Geschlecht, Alter, Herkunft, Religion und Kultur – als „wertvoll“. In der konsequenten Umsetzung zeigt sich, dass bunte Belegschaften bereichern: die unterschiedlichsten Potenziale kommen zum Tragen und können gewinnbringend eingesetzt werden. Frauen und Männer werden in ihrer Unterschiedlichkeit positiv gesehen, Ältere mit ihrem Erfahrungsschatz wertgeschätzt. Diversity-Management nutzt die personelle Vielfalt im Unternehmen für die positive wirtschaftliche Entwicklung. Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Demografischer Wandel stehen in diesem Sinne längst auf der Agenda erfolgreicher Unternehmens- bzw. Personalleistungen.

Führungskräfte als Kulturträger und Vorbilder

Unternehmenskultur als solche kann nicht einfach verordnet, wohl aber vorgelebt werden. Unternehmensleitung und Führungskräfte bestimmen entscheidend die Kultur im Unternehmen und spielen im Gesundheitsmanagement – und im speziellen bei der Förderung der psychischen Gesundheit – eine besondere Rolle: Führungskräfte aller Unternehmensbereiche sind verantwortlich für die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeitenden, denn sie bestimmen die Gestaltung der Arbeitsbedingungen, das soziale Miteinander und das Arbeitsklima. Sie sichern nicht nur Informationsfluss, Kommunikation und Kooperation und die Einbeziehung aller Beteiligter, sondern letztlich die Erreichung der gesetzten Ziele. Ihr Verhalten, ihre Fähigkeit, mit Belastungen umzugehen, Probleme zu lösen, zu kooperieren und zu kommunizieren, gibt wertvollen Halt und Orientierung.

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