7 Empfehlungen für die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Broschüre „Psychische Arbeitsbelastung und Gesundheit“ erschienen
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Welche Faktoren stärken die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz? Welche können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter belasten oder sogar krankmachen? Diesen Fragen geht die neue Broschüre „Psychische Arbeitsbelastung und Gesundheit“ der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) auf den Grund. Gerade Personalverantwortliche und Führungskräfte sollten die Einflussfaktoren auf die psychische Gesundheit kennen, damit sie rechtzeitig gegensteuern können.

Die Broschüre erklärt den Zusammenhang von Arbeit und psychischer Gesundheit und präsentiert wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema. In Interviews schildern Beschäftigte aus unterschiedlichen Branchen die typischen Belastungsfaktoren und erklären, wie ihr Betrieb die Probleme lösen konnte. So sorgte beispielsweise der Stress beim Jahresabschluss-Bericht in der Buchhaltung eines Unternehmens für schlechte Stimmung und eine erhöhte Fehleranfälligkeit. Als die Teamleitung ein Einzelbüro speziell für telefonische Nach- und Rückfragen einrichtete, kehrte wieder Entspannung ein.

Tipps für Führungskräfte

Abschließend formuliert die GDA in der Broschüre Empfehlungen, mit denen Unternehmen die Arbeitsbedingungen positiv gestalten können. Die folgenden sieben Tipps zeigen mögliche Stellschrauben, an denen Führungskräfte drehen können:

1. Schaffen Sie Handlungsspielräume für Ihre Teammitglieder.
Die Möglichkeit, eigene Entscheidungen, zum Beispiel in Bezug auf Arbeitsabläufe, treffen zu können, stärkt die Motivation und Gesundheit der Beschäftigten.

2. Prüfen Sie, ob Ihr Team genügend Zeit für die Erledigung der Aufgaben hat.
Das Gleichgewicht zwischen Arbeitspensum und zur Verfügung stehender Zeit hat positive Auswirkungen auf die Produktivität, psychische Gesundheit und Motivation der Beschäftigten.

3. Seien Sie selbst ein Vorbild und fördern Sie ein gutes Miteinander im Unternehmen.
Für das psychische Wohlbefinden am Arbeitsplatz spielt insbesondere die soziale Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen sowie Vorgesetzten eine entscheidende Rolle.

4. Unterstützen Sie die Work-Life-Balance Ihres Teams.
Überstundenausgleich und die Einhaltung der Regeln des Arbeitszeitgesetzes sind erste Maßnahmen, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine gesundheitsgerechte Work-Life-Balance zu ermöglichen.

5. Schaffen Sie eine vertrauensvolle Unternehmenskultur.
Um einer subjektiv empfundenen Arbeitsplatzunsicherheit entgegenzuwirken, sollte jedes Unternehmen eine Vertrauens- und Wertschätzungskultur anstreben. Das stärkt die Mitarbeiterbindung.

6. Fördern Sie die Weiterentwicklung Ihrer Mitarbeitenden.
Damit Beschäftigte mit ihren anvertrauten Aufgaben und Funktionen nicht überfordert sind und stattdessen stressfrei arbeiten können, sollte es für jeden Job eine angemessene Qualifizierung geben.

7. Bleiben Sie auch bei schwierigen Themen miteinander im Gespräch.
Eine gute Kommunikationskultur sowie klare Spielregel helfen, Konflikte am Arbeitsplatz zu lösen und vorzubeugen.

Psychische Erkrankungen sind mittlerweile die dritthäufigste Ursache für Fehlzeiten am Arbeitsplatz. Das Projekt psyGA unterstützt Führungskräfte, Beschäftigte und Multiplikatoren dabei, die psychische Gesundheit in Unternehmen zu fördern. Vorausschauende Maßnahmen, wie sie in der Broschüre praxisnah geschildert werden, sind dabei ein erster, wichtiger Schritt. Welche Angebote psyGA zu den unterschiedlichen Themen bereithält, erfahren Sie hier.

Die kostenlose Broschüre kann unter der E-Mail-Adresse presse[at]gda-psyche.de angefordert werden, weitere Informationen zur GDA und ihren verschiedenen Arbeitsprogrammen gibt es auf der GDA-Website.

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