Digitalisierung: Stressfaktor oder Chance für die Gesundheit?

BKK Gesundheitsreport zeigt, wie sich die Digitalisierung auf die Gesundheit auswirkt

 

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt und die Gesundheitsversorgung nachhaltig. Damit beeinflusst sie auch die psychische Gesundheit. Ob Homeoffice, flexibles Arbeiten oder Multitasking: Das sind die Ergebnisse des BKK Gesundheitsreports „Digitale Arbeit – Digitale Gesundheit “ im Überblick:

 

 

Gefühlte eigene Jobsicherheit: hoch

Mehr als jeder dritte Befragte (38 %) glaubt, dass die Digitalisierung allgemein zu einem Wegfall von Arbeitsplätzen führen wird. Dass der eigene Arbeitsplatz dadurch in Gefahr gerät, halten die meisten Beschäftigten allerdings für sehr unwahrscheinlich. Dennoch gibt es Berufe mit hohem Automatisierungsgrad, wie beispielsweise in der Fertigung, in der die Mitarbeitenden ihren Arbeitsplatz gefährdet sehen.
 

Homeoffice meist nicht möglich

Von unterwegs oder im Homeoffice arbeiten nur vier von zehn Beschäftigten. Der Grund: Um ihren Job ausüben zu können, sind die meisten Mitarbeitenden an ihren Arbeitsplatz gebunden (68 %). Mangelnde Flexibilität der Arbeitgeber ist zwar seltener, wird aber immerhin bei mehr als jedem vierten Befragten (27 %) als Hinderungsgrund angegeben.
 

Flexibel, aber nicht ständig auf Abruf

Sind Beschäftigte auch außerhalb ihrer regulären Arbeitszeiten für das Unternehmen erreichbar, kann das den Erholungseffekt in der Freizeit beeinträchtigen. Eine klare Grenze zwischen Arbeit und Berufsleben ziehen rund 40 Prozent der Beschäftigten, die beruflich telefonieren oder E-Mails erhalten. 29 Prozent der Befragten geben darüber hinaus an, dass sie auch in ihrer Freizeit Arbeit erledigen, wobei dies häufiger auf Männer (33 %) als auf Frauen (25 %) zutrifft.
 

Beschleunigung und Multitasking

Für viele Beschäftigte bedeutet Digitalisierung vor allem Beschleunigung: Mehr als 40 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sie durch die Digitalisierung Aufgaben schneller erledigen können. Weil viele Beschäftigte (41 %) nun auch mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen, steigen die Anforderungen – und häufig auch das Stresslevel. So gaben insgesamt 28 Prozent der Befragten an, dass die Digitalisierung zu einem Anstieg ihrer psychischen Belastung geführt habe.
 

Psychische Störungen zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit

Nach Muskel-und Skeletterkrankungen waren psychische Störungen 2016 die zweithäufigste Ursache, warum Beschäftigte krankheitsbedingt nicht zu Arbeit gehen konnten (16,3 % der AU-Tage). Frauen fielen wegen psychischer Erkrankungen im Schnitt häufiger aus als Männer. Bei arbeitslosen Menschen sind psychische Störungen mit einem Anteil von 36,8 Prozent an allen AU-Tagen die mit Abstand häufigste und wichtigste Krankheitsart.
 

Die Digitalisierung gestalten

Die Digitalisierung eröffnet Chancen, um die Arbeit einfacher, effektiver und flexibler zu gestalten. Damit diese überwiegen, sollten Beschäftigte und Unternehmen den Wandel der Arbeitswelt gemeinsam gestalten. Angefangen von individuellen Angeboten wie Schulungen zum Umgang mit neuen Technologien bis hin zu betrieblichen Lösungen wie einer Begrenzung der Erreichbarkeit außerhalb der regulären Arbeitszeiten reichen die Möglichkeiten.
 

Hintergrund

Im Rahmen des BKK Gesundheitsreports wurde eine deutschlandweite, repräsentative Umfrage unter 3.000 Beschäftigten durchgeführt. Darüber hinaus ergänzen Gastautoren mit Erkenntnissen aus Wissenschaft, Politik und Praxis sowie die Auswertungen Versichertendaten den Report. Die Ergebnisse können kostenfrei heruntergeladen oder als Printexemplar über den BKK Dachverband bestellt werden.

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