Arbeitszeiten: So individuell wie die Situation der Beschäftigten?

Befragungsergebnisse der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zeigen, dass Wunsch und Wirklichkeit häufig auseinanderliegen
 
Bild: Shutterstock

Beschäftigte in Deutschland arbeiten oft nicht zu ihren gewünschten Zeiten. Dabei fördert die Berücksichtigung individueller Präferenzen die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben und hilft Beschäftigten, Überlastungen vorzubeugen und Einkommenssituationen zu verbessern. Der Bericht „BAuA-Arbeitszeitbefragung: Arbeitszeitwünsche von Beschäftigten in Deutschland“ liefert anhand der Daten von Befragungen aus 2015 und 2017 ein differenziertes Bild über Wunsch und Wirklichkeit der Arbeitszeit.

2017 wünschten sich der Durchschnitt der fest angestellten Beschäftigten in Deutschland eine 35-Stunden-Woche. Doch die tatsächliche Arbeitszeit weicht bei vielen davon ab. Die Hälfte der Befragten möchte die Arbeitszeit verkürzen, rund jeder Zehnte äußerte einen Verlängerungswunsch. Ein Vergleich zu 2015 zeigt, dass längst nicht alle Beschäftigten ihre Wunschvorstellungen umsetzen konnten. Hier zeigten sich außerdem Unterschiede zwischen den Beschäftigtengruppen. Bei Vollzeitbeschäftigten entspricht die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit ihrem Wunsch, doch sie arbeiten deutlich länger als vereinbart. Teilzeitbeschäftigte wünschen sich hingegen längere Arbeitszeiten. Auch Frauen und Männer unterscheiden sich in ihren Arbeitszeitwünschen. Frauen knüpfen sie häufiger an persönliche Verpflichtungen wie Kinder oder Pflegeaufgaben, während Männer eine hohe Konstanz der Arbeitszeiten aufweisen. Beide wünschen sich aber mehrheitlich, ihre Arbeitszeit individuell bestimmen zu können.

Die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit beeinträchtigt die Gesundheit der Beschäftigten in unterschiedlichem Ausmaß. Beschäftigte mit Verkürzungswunsch schätzen ihre Gesundheit schlechter ein, berichten häufiger über gesundheitliche Beschwerden wie Rücken- oder Kreuzschmerzen, Schlafstörungen, Müdigkeit oder körperliche Erschöpfung. Sie sind seltener mit ihrer Work-Life-Balance und der Arbeit insgesamt zufrieden. Im Vergleich zu 2015 konnten zwei von fünf Beschäftigten ihre Arbeitszeit verkürzen. Für knapp ein Drittel der Mitarbeitenden, die weniger arbeiten wollten, verlängerte sich die Arbeitszeit.

Hier geht es zu den Ergebnissen.

Was tut sich in der psychischen Gesundheitsförderung?

Hier finden Sie weitere aktuelle Meldungen zu Studien, Interviews sowie Informationen zu neuen Materialien von psyGA.

Neues zur Förderung der psychischen Gesundheit

Neues von psyGA

Weitere Meldungen