Arbeit kann der Psyche helfen

Was Betriebe bei der Wiedereingliederung beachten sollten

Beschäftigte, die an einer Depression erkranken, fehlen in der Regel lange. Zurück an ihren Arbeitsplatz kommen die meisten laut BKK-Gesundheitsatlas erst nach 39 Tagen. Nach so langer Zeit ist es in der Regel nicht einfach, sich wieder im Betrieb zurechtzufinden. Dazu kommt, dass sich viele Betroffene durch die Erkrankung stigmatisiert fühlen. Wie die Wiedereingliederung gelingt und warum sie sogar zum Heilungsprozess beiträgt, fasst nun ein Artikel im Fachmagazin
„Der Hausarzt“ zusammen.

Eine zentrale Erkenntnis der Autoren: Damit der Wiedereinstieg gelingt, braucht es Engagement von beiden Seiten. Ebenfalls eine große Erleichterung für Betroffene ist ein offener Umgang mit Krisen und Erkrankungen im Unternehmen. Dabei haben neben den Vorgesetzten auch die Teammitglieder und die Zurückkehrenden selbst einen entscheidenden Anteil daran, ob die stufenweise Wiedereingliederung gelingt. Im Rahmen dieses Prozesses sollten die Rückkehrer die Chance bekommen, Schritt für Schritt zu lernen, die eigene Belastungsfähigkeit wieder richtig einzuschätzen, so die Empfehlung der Autoren.

Ein solches Vorgehen erfordere zunächst viel Flexibilität von Seiten des Betriebes und des Teams. Doch diese lohne sich: Richtig dosiert wirke die Arbeit für die Widerkehrenden wie ein Antidepressivum. Eine nicht überfordernde Arbeit unterstütze nicht nur den Heilungsprozess, sondern wirke sogar als „Prophylaktikum“ vor einem Rückfall und damit auch einer erneuten Arbeitsunfähigkeit. Das Fazit der Autoren: Wenn Unternehmen bestimmte Grundsätze berücksichtigen, kann die Wiederkehr in den Job für beide Seiten ein Gewinn sein.