Zufrieden trotz Arbeitsdruck

Ergebnisse aus der Beschäftigtenbefragung von BAuA und BIBB

Jeder zweite Beschäftigte in Deutschland erlebt häufig starken Termin- und Leistungsdruck. Das gilt vor allem für Arbeitskräfte, die beruflich viel kommunizieren. Viele Beschäftigte empfinden die Anforderungen der digitalisierten Arbeitswelt jedoch nicht zwingend als belastend. „Insbesondere Personen, die vernetzt und mit dem Internet arbeiten, haben größere Handlungsspielräume, erleben mehr soziale Unterstützung und erfahren mehr Anerkennung”, heißt es in der Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Termin- und Leistungsdruck entstehen, wenn Arbeitsumfang, Arbeitsqualität und die verfügbare Zeit in einem ungünstigen Verhältnis stehen – ein Zustand, der für die Hälfte der deutschen Beschäftigte zum Alltag gehört. Unterschiede zwischen den verschiedenen Beschäftigtengruppen existieren der Studie zufolge kaum. Wenn solche Belastungen jedoch verstärkt und über einen längeren Zeitraum auftreten, kann es bei den Betroffenen zu Überforderung kommen. „Eine effektive und effiziente Personalarbeit sollte im Blick haben, wie die Beschäftigten die Bedingungen an ihrem Arbeitsplatz erleben und bewerten”, so eine Erkenntnis der Studie.

Die hohe Zufriedenheit mit der Arbeit trotz häufigen Zeitdrucks legt außerdem nahe, dass die individuelle Belastbarkeit eine unterschiedliche Wahrnehmung begünstigt. Vereinfacht gesagt: Wer gelernt hat, mit Stress umzugehen, empfindet ihn als weniger störend. Das Fazit aus der Analyse einer Beschäftigtenbefragung fällt deshalb positiv aus: Insgesamt biete die Digitalisierung der Arbeitswelt mehr Chancen als Risiken. Dazu passt, dass rund 95 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Internetarbeitsplätzen mit ihrem Job zufrieden sind – wenn sie ihre Arbeit eigenständig planen können.

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