Wenn Pflege krank macht

Neuer BKK Gesundheitsatlas stellt psyGA-Handlungshilfe vor

Bei vielen Pflegekräften ist der Gesundheitszustand laut aktuellem BKK Gesundheitsatlas besorgniserregend. Rund 24 Tage fallen Beschäftigte, die in Pflege- oder Altenheimen arbeiten, durchschnittlich aus. Darüber hinaus erkrankt keine andere Beschäftigungsgruppe so häufig an psychischen Störungen wie weibliche Pflegekräfte. Auch körperlich kommen viele Pflegekräfte an ihre Belastungsgrenzen. Aufgrund von Muskel- und Skeletterkrankungen fielen Altenpflegerinnen doppelt so lange aus wie die weiblichen Beschäftigten insgesamt.

Doch auch mögliche Lösungsansätze zeigt der Gesundheitsatlas auf. In einem ausführlichen Artikel wird die psyGA-Handlungshilfe „Kein Stress mit dem Stress. Lösungen und Tipps für Pflegeeinrichtungen“ vorgestellt. Der Gastbeitrag wurde von Birgit Schauerte (Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung BGF GmbH), Franziska Stiegler (BKK Dachverband), Peter Krauss-Hoffmann (Bundesministerium für Arbeit und Soziales) geschrieben, die alle an der Entwicklung und Erstellung der psyGA-Handlungshilfe beteiligt waren. „Die Handlungshilfe richtet sich vorwiegend an ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen, die auf die Pflege älterer Menschen ausgerichtet sind. Sie zeigt, was Einrichtungsleitungen und Leitungen in Pflegeinrichtungen dazu beitragen können, um die Gesundheit ihrer Beschäftigten und damit auch die eigene zu erhalten“, heißt es in dem Artikel. Weitere Informationen zur Handlungshilfe sowie eine kostenlose Bestellmöglichkeit gibt es hier.

Auch der Gesundheitsatlas bestätigt: Gesundheitsmaßnahmen können die Situation für die Beschäftigten in vielen Bereichen verbessern. So sagten neun von zehn Befragten, die Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz sei ihnen wichtig oder sehr wichtig. Sind Maßnahmen im Betrieb vorhanden, werden sie von 79 Prozent der Mitarbeitenden in Anspruch genommen. Dass Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung sich auszahlen, belegen zahlreiche Studien: Für jeden investierten Euro können Unternehmen allein durch den Rückgang von Fehlzeiten 2,70 Euro einsparen. Für den BKK Gesundheitsatlas wurden die Daten von knapp einer halben Million Beschäftigter im Gesundheits- und Sozialwesen analysiert.