Depressionsatlas 2015

Mehr Krankschreibungen aufgrund psychischer Beschwerden

Depressionen könnten bis 2030 zur häufigsten Krankheit in Industrienationen werden und sind für einen erheblichen Verlust von „gesunden“ Lebensjahren verantwortlich. Das ist das Ergebnis des aktuellen Depressionsatlas der Techniker Krankenkasse (TK). Die TK untersuchte hierfür Daten von 4,11 Millionen Versicherten zwischen 15 und 64 Jahren.

„Deutlich gestiegen sind [...] die Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen. Nachdem die Fehlzeiten 2013 im Vergleich zu allen Vorjahren erstmals nicht weiter zugenommen hatten, verzeichnen wir für 2014 wieder einen Anstieg von 0,2 Tagen pro Kopf", sagt Gudrun Ahlers von der TK. Gleichzeitig stiegen Antidepressiva-Verordnungen und die Höhe der verordneten Tagesdosen an. Auffällig ist, dass zwar die Anzahl von Arbeitsunfähigkeitsfällen aufgrund depressiver Erkrankungen gering ist (1,4% aller AU-Fälle), die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage im Verhältnis dazu jedoch sehr hoch (7,1% aller AU-Tage). Beschäftigte fallen bei einer psychischen Erkrankung also besonders lange aus.

Aufgrund der geringen Produktivität oder des kompletten Ausfalls von Betroffenen sind Depressionen von großer Bedeutung für die Arbeitswelt. Hier gibt es sichtbare Unterschiede zwischen den Branchen: Laut dem Depressionsatlas sind depressive Erkrankungen in sozialen Berufsfeldern und bei Beschäftigten mit geringer Qualifikation besonders häufig. Länderspezifische Unterschiede dagegen verringerten sich, was auf eine Angleichung von Lebensumständen und ärztlichen Diagnose- und Therapiestrategien hindeutet.

Der Depressionsatlas kann hier auszugsweise heruntergeladen werden.