Fremdbestimmung verursacht Stress

Unternehmen sollten Mitarbeitenden bei Arbeitszeiten entgegenkommen

Hektische Zeiten gibt es in jedem Beruf. Ungesund wird es, wenn der Stress den beruflichen Alltag bestimmt. Die Gestaltung der Arbeitszeit hat daran einen entscheidenden Anteil. Zwei Forscher der Universität Basel haben jetzt untersucht, welchen Einfluss diese auf das Stressempfinden am Arbeitsplatz besitzt. Das Ergebnis: Vor allem wenig planbare, unregelmäßige Arbeitszeiten führten in Verbindung mit fehlenden Aufstiegschancen und geringer Entlohnung zu einem erhöhten Stressrisiko.

Dabei bedeuteten lange Arbeitszeiten, die von den Arbeitnehmern zeitliche Flexibilität voraussetzen, nicht zwangsläufig eine höherer Belastung. Mitarbeitende, die ihre Arbeitszeit weitgehend selbst einteilen und Mehrarbeit durch Freizeitausgleich oder bezahlte Überstunden ausgleichen konnten, waren insgesamt zufriedener und weniger gestresst. Daraus schließen die Forscher, dass Arbeitgeber neben fairer Bezahlung und Entwicklungsperspektiven den Mitarbeitenden soviel Kontrolle wie möglich über ihre Arbeitszeit gewähren sollten, etwa durch Gleitzeitregelungen oder selbstbestimmte Arbeitszeiten.

Laut dem Stressreport der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit arbeiten 30 Prozent der Beschäftigten in Deutschland länger als 40 Stunden in der Woche. Entscheidend für die Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeitenden sei, so das Ergebnis der Studie, dass die Beschäftigten die Balance zwischen ihrem Engagement und der Anerkennung durch Vorgesetzte und Unternehmen als ausgewogen und lohnend empfänden. Und, dass Mehrarbeit insgesamt nicht ausufere.