Offene Fehlerkultur statt Perfektionismus

Unternehmen sollten Fehler als Chance für Weiterentwicklung begreifen

Rund ein Viertel der jüngeren Arbeitnehmer hat Angst, gegenüber dem Unternehmen Fehler zuzugeben. Das ist das Ergebnis der Umfrage einer Karriereberatung unter 650 Beschäftigten. Der Grund: Viele der Befragten fürchten eine Abstrafung durch die Vorgesetzten. Die Sorge ist nicht ganz unbegründet: So gab in der Studie jeder Fünfte an, nach einem Fehlereingeständnis weniger Kompetenzen zugeschrieben bekommen zu haben.

Auch für Unternehmen können sich daraus negative Folgen ergeben. Der Anspruch an Perfektion verbunden mit einer geringen Fehlertoleranz verhindert einen konstruktiven Austausch über mögliche Verbesserungen – und führt zu erhöhtem Stress bei den Beschäftigten. So gab rund ein Viertel der befragten 18 bis 34-jährigen Beschäftigten an, dass bei Fehlern nicht die Ursache gesucht werde, sondern vielmehr ein Schuldiger. Falls es durch einen Fehler zu Schwierigkeiten kommt, spürt jeder Zweite keinen Rückhalt unter den Kollegen.

Dabei zeigt die Studie auch: Ein vertrauensvolles Klima schafft motivierte Beschäftigte und kommt letztendlich dem gesamten Unternehmen zugute. Durch eine offene Fehlerkultur können Teammitglieder aus den Fehlern anderer lernen. Sie werden darüber hinaus ermutigt, eigene Fehler transparent zu machen und nach innovativen Lösungen zu suchen. Das ist nicht nur förderlich für das Betriebsklima – es kommt auch der Gesundheit der Beschäftigten zugute.