Pflegekräfte im Dauerstress

Studie des DBG zeigt belastende Arbeitsbedingungen in der Pflegebranche
 
Foto: Uwe Völkner / Fotoagentur Fox

Immer mehr Arbeit und immer weniger Personal - ein Trend, der die Pflegebranche vor enorme Herausforderungen stellt. Inzwischen sagen 80 Prozent der Krankenpflegerinnen und -pfleger, sie müssten ihre Arbeit oft in Hetze erledigen, in der Altenpflege sind es 69 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Auch die Qualität der Arbeit leidet unter der Entwicklung. Fast die Hälfte der Beschäftigten in Pflegeberufen sagen, sie müssten bei ihrer Arbeit oft Abstriche bei der Sorgfalt machen, um ihr Pensum zu schaffen. Da liegt es nahe, dass sich unter diesen Bedingungen nur rund ein Fünftel der Beschäftigten vorstellen kann, bis zur Rente so zu arbeiten – 23 Prozent in der Krankenpflege, 20 Prozent in der Altenpflege. Der Durchschnitt für alle Berufsgruppen liegt mit 48 Prozent erheblich höher.

 

Neben Überlastung und Dauerstress ist die geringe Bezahlung ein großer Kritikpunkt. Ein angesichts ihrer Arbeitsleistung angemessenes Einkommen vermissen 73 Prozent der Pflegekräfte. Wie wichtig ihre Arbeit ist, wissen aber fast alle. Die Frage »Haben Sie den Eindruck, dass Sie mit Ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten?« bejahten 94 Prozent der Pflegerinnen und Pfleger. Unter den Beschäftigten bundesweit aller Branchen liegt der Anteil bei 67 Prozent und damit deutlich niedriger.

 

Die Diskrepanz zwischen den Arbeitsbedingungen und der gesellschaftlichen Bedeutung des Pflegeberufs gilt es nun anzugehen. Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied, sagt: „Professionelle und hoch motivierte Beschäftigte dürfen nicht länger unter solchen Arbeitsdruck gesetzt werden. Das treibt sie in die Selbstausbeutung und schreckt Berufseinsteiger ab.“ Nur durch kurz- und langfristige Maßnahmen können gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen ermöglicht werden.

 

Die Bundesregierung hat im Sommer mit der Konzertierten Aktion Pflege eine gemeinsame Kraftanstrengung gestartet mit dem Ziel, den Arbeitsalltag und die Arbeitsbedingungen von Pflegekräften spürbar zu verbessern, Darüber hinaus wurden auch Möglichkeiten für Investitionen in die betriebliche Gesundheitsförderung für die Beschäftigten gestärkt. Wie Einrichtungsleitungen das in der der stationären und ambulanten Altenpflege gelingen kann hat psyGA in Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner BGF Institut zusammengefasst.

 

In der Handlungshilfe „Kein Stress mit dem Stress. Lösungen und Tipps für stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen“ und unter psyga.info/pflege erfahren Arbeitgeber, wie sie dazu beitragen können, die Gesundheit ihrer Beschäftigten und die eigene Gesundheit zu erhalten und wo sie Unterstützung dabei finden.