Psychische Belastungen am Arbeitsplatz

Wenige Unternehmen erkennen Arbeits- und Gesundheitsschutz als Chance

Deutschlands größte Prüforganisation DEKRA hat 800 Unternehmen zu ihrer Arbeitssicherheit befragt. Das Ergebnis: Nur ein Viertel der Betriebe nimmt bei der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung auch psychische Faktoren unter die Lupe. Dabei könnten die Ergebnisse einer solchen Gefährdungsbeurteilung gut in den Aufbau eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) fließen – und damit langfristig auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten einzahlen.

Neben dem demografischen Wandel stellen steigende Anforderungen an die Produktivität, mehr räumliche und zeitliche Flexibilität und eine insgesamt höhere Belastung die Unternehmen vor neue Herausforderungen. Aufeinander abgestimmte und am Bedarf orientierte Angebote – im Idealfall im Rahmen eines BGM – ergreifen jedoch nur wenige Organisationen. Noch immer unterschätzen viele Unternehmen dessen Wirkung. So erkennen nur wenige Firmen laut der Befragung die Chance, durch Arbeits- und Gesundheitsschutz die Produktivität zu steigern.

Für die psychische Gefährdungsbeurteilung gilt: Häufig fürchten Unternehmen, damit ausufernde Prozesse in Gang zu setzen. „Durch die notwendigen Analyseschritte, zum Beispiel Mitarbeiterbefragungen, werden häufig Schwachstellen und Handlungsfelder aufgezeigt, für die dann reale Maßnahmen eingeleitet werden müssen, die auch tiefgreifend sein können”, sagt Dr. Karin Müller, Leiterin des DEKRA-Fachbereichs „Mensch und Gesundheit”. Bei der psychischen Gefährdungsbeurteilung wird im Rahmen einer Betriebsbegehung untersucht, ob Aufgaben und Organisation der Arbeit sowie die Arbeitsplatzumgebung und das soziale Miteinander psychische Risiken aufweisen.

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