Psychische Belastungen im Blick

iga.Report zeigt Wandel in der Arbeitswelt

Die Arbeitswelt unterliegt einem ständigen Wandel. Technologische Entwicklungen und die Globalisierung wirtschaftlicher Beziehungen sind nur zwei Schlagworte, die diesen aktuell beschreiben. Dass auch die Gesundheit der Beschäftigten von den veränderten Rahmenbedingungen beeinflusst wird, ist längst kein Geheimnis mehr. So kommt der aktuelle iga.Report „Risikobereiche für psychische Belastungen” zu dem Schluss, sowohl der Anteil als auch die Vielfalt psychischer Arbeitsbelastungen habe zugenommen. Gerade bei neueren Entwicklungen in der Arbeitswelt gibt es noch Forschungsbedarf.

Die Autoren haben verschiedene Studien gesichtet und elf Belastungsfaktoren identifiziert, die für Beschäftigte ein potenzielles Gesundheitsrisiko darstellen. Als gesundheitsgefährdend sehen die Forscher unter anderem die Kombination von geringem Handlungsspielraum und hoher Arbeitsintensität, sogenannter Job Strain, insbesondere in Kombination mit fehlender sozialer Unterstützung (Iso Strain). Ebenfalls als belastend gilt das Ungleichgewicht zwischen der geforderten Leistung und der dafür erhaltenen Belohnung oder Wertschätzung am Arbeitsplatz (Effort-Reward-Imbalance). Negative Folgen für die Gesundheit können auch Überstunden und Schichtarbeit haben – wobei hier vor allem Tätigkeiten in den Abend- und Nachtstunden als gesundheitsgefährdend gelten.

Der iga.Report zeigt auch: Während neue psychische Arbeitsbelastungen entstehen, verlieren andere an Bedeutung. Es gibt also ständigen Forschungsbedarf. Zu den neueren Risikofaktoren für die psychische Gesundheit zählen unter anderem die ständige Erreichbarkeit außerhalb der regulären Arbeitszeiten, befristete oder in anderer Form ungesicherte Arbeitsverhältnisse und das Pendeln zum weit entfernten Arbeitsplatz. Betriebe, die potenzielle Ursachen psychischer Belastungen zum Beispiel über eine Gefährdungsbeurteilung identifizieren, können den negativen Folgen für Beschäftigte und Betrieb gezielt gegensteuern.

Hier finden Sie alle psyGA-Meldungen im Überblick.