Psychische Erkrankungen weit vorne

DAK-Studie: Immer mehr Krankschreibungen wegen Rückenleiden und Depressionen

Krankschreibungen haben in Deutschland in der ersten Jahreshälfte 2016 weiter zugenommen. Mit 4,4 Prozent im ersten Halbjahr 2016 war der Krankenstand so hoch wie noch nie zuvor. Das ergab eine Analyse der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Zunehmend viele Beschäftigte sind demnach von psychischen Erkrankungen sowie von Muskel-Skelett-Beschwerden betroffen. In beiden Bereichen stieg die Zahl der Fehltage um jeweils 13 Prozent. Auch die durchschnittliche Dauer einer Erkrankung erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr von 11,7 auf 12,3 Tage.

Mehr als die Hälfte der krankheitsbedingten Fehlzeiten war auf drei Krankheitsarten zurückzuführen. Häufigster Grund für Krankschreibungen waren Rückenschmerzen sowie andere Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. An zweiter Stelle standen Erkrankungen der Atmungswege, die 17 Prozent des Krankenstandes ausmachten. Während Männer eher an Rückenschmerzen leiden, gelten bei Frauen doppelt so häufig Depressionen als Grund für die Arbeitsunfähigkeit. 16 Prozent aller Fälle waren im Zeitraum der Studie auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. Ihr Anteil an Krankschreibungen hat seit 2015 damit weiter zugenommen.

Arbeitnehmer, die wegen eines psychischen Leides krankgeschrieben werden, fehlen besonders lange. Im ersten Halbjahr 2016 lag die Fehlzeit je festgestellter Erkrankung bei 35 Tagen. Damit liegen psychische Erkrankungen bei der Dauer der Arbeitsunfähigkeit noch vor den Krebserkrankungen (32 Tage). Für die Auswertung analysierte die DAK-Gesundheit Daten von 2,6 Millionen erwerbstätigen DAK-Versicherten.