Psychosoziale Belastungen

Befragung unter älteren Beschäftigten zu Arbeitsanforderungen und Belohnungen

Hoher Zeitdruck, häufige Unterbrechungen und fehlende Anerkennung durch Vorgesetzte sind Faktoren, die ältere Beschäftigte belasten. Das ist das Ergebnis der Befragung „lidA – leben in der Arbeit“ des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) unter 3.644 Beschäftigten der Geburtenjahrgänge 1959 und 1965. „Im Jahr 2014 fühlte sich knapp ein Drittel der Beschäftigten stark bis sehr stark durch häufig großen Zeitdruck belastet. Etwa ein Zehntel berichtet von einer starken bis sehr starken Belastung durch fehlende Anerkennung von Vorgesetzten“, heißt es in einem vom IAB veröffentlichten Kurzbericht. „Weiterhin gibt etwa ein Fünftel der Befragten an, dass häufige Unterbrechungen während der Arbeit sie stark bis sehr stark belasten.“

Für die Studie wurde neben den empfundenen Anforderungen auch der Einfluss von Belohnungen abgefragt und beides gegenübergestellt. Dem Modell der beruflichen Gratifikationskrisen zufolge sind psychosoziale Belastungen dann besonders hoch, wenn Anforderungen und Belohnungen im Ungleichgewicht sind. Im Durchschnitt ergab die Gegenüberstellung ein eher günstiges Verhältnis von Anforderungen zu Belohnungen. Bei den meisten Befragten überwogen demnach die positiven Aspekte wie eine angemessene Wertschätzung und Arbeitsplatzsicherheit. Ebenfalls untersucht wurde der Zusammenhang zwischen psychosozialen Belastungen und der Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes. Demnach schätzen Befragte, die ein relativ hohes Niveau psychosozialer Arbeitsbelastungen aufweisen, ihre Gesundheit im Durchschnitt schlechter ein.

Die Gruppe älterer Beschäftigter wird vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Deutschland für Unternehmen immer wichtiger. Eine bessere und längere Integration der Älteren in den Arbeitsmarkt ist ein Ansatzpunkt, einem möglichen Fachkräfteengpass entgegenzuwirken. „Zum Erhalt der Gesundheit Erwerbstätiger werden bei Arbeitsschutz- und Präventionsmaßnahmen zunehmend auch psychosoziale Arbeitsbeanspruchungen durch die Erwerbstätigkeit und sich daraus ergebende Belastungen berücksichtigt”, schreibt das IAB im Fazit seines Kurzberichts. Entscheidend sei neben einer Verringerung der psychosozialen Arbeitsanforderungen auch die materielle und immaterielle Wertschätzung und Anerkennung für die geleistete Arbeit.

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