Drei Fragen an ...

... Dr. Birgit Schauerte, Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung BGF GmbH

Gesunde, motivierte Mitarbeiter sind leistungsfähiger und fehlen seltener. Was braucht es, damit Betriebliches Gesundheitsmanagement gelingt?

Ein Betriebliches Gesundheitsmanagement sollte strukturiert, systematisch und ganzheitlich aufgebaut sein. Nach einer beteiligungsorientierten Analyse geht es um die Gestaltung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen und den Aufbau einer mitarbeiterorientierten Führungskultur. Auch die Sensibilisierung der Beschäftigten für einen gesunden Lebens- und Arbeitsstil spielt eine entscheidende Rolle für deren Arbeitsfähigkeit. Letztendlich bleibt aber ein ganzheitlicher Ansatz, der alle Beteiligten mit ins Boot holt und auch an den Strukturen im Unternehmen ansetzt, der wichtigste Erfolgsfaktor.

Als Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung bieten Sie eine umfangreiche Angebotspalette. Wie unterstützen Sie die Betriebe ganz konkret?

Wir bieten unternehmensspezifische Lösungen bei der systematischen Einführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements und unterstützen diesen Prozess. Im Vordergrund steht hierbei die analysebasierte Gestaltung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen, der Aufbau einer mitarbeiterorientierten Führungskultur und die Befähigung der Beschäftigten zu einem gesunden Lebens- und Arbeitsstil. Dies erfolgt durch verhaltensschulende Maßnahmen am Arbeitsplatz wie Rückenfit, der Vermittlung von Ausgleichsübungen und Stressmanagement sowie über Seminare und Coachings zu verschiedenen Gesundheitsthemen.

Dennoch haben bislang nur 20 Prozent aller Betriebe Maßnahmen zur Gesundheitsförderung umgesetzt. Was sind die Herausforderungen bei der Einführung eines BGM?

Unter den Bedingungen des demografischen Wandels und einer sich verändernden Arbeitswelt kann Betriebliches Gesundheitsmanagement einen entscheidenden Beitrag leisten, um die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten zu erhalten. Unternehmen, die hier zukünftig stärker investieren, fördern nicht nur die Gesundheit und Motivation ihrer Mitarbeitenden, sondern verbessern auch ihre Innovationskraft und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit. Wichtig ist, dass die Geschäftsführung die Implementierung eines BGM unterstützt und ein breites Commitment bei den Führungskräften vorliegt. Darüber hinaus ist ein Betriebliches Gesundheitsmanagement nur dann erfolgreich, wenn die Beschäftigten im Rahmen der Analysephase beteiligt, Optimierungen der Arbeitsbedingungen zeitnah umgesetzt und gesundheitsförderliche Strukturen und Prozesse dauerhaft aufgebaut werden.