Drei Fragen an ...

... Michael Blum, BKK Dachverband e.V.

Was sind die Ziele der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga)? Wer steht dahinter?

In der iga kooperieren gesetzliche Kranken- und Unfallversicherung. Ziel der Initiative ist es, das Wissen der vier beteiligten Verbände zu nutzen, um die Gesundheit im Arbeitsleben zu fördern. Drei inhaltliche Fragen leiten unsere Arbeit: Wie muss Arbeit gestaltet sein, damit die Beschäftigten gesund bleiben? Wie kann Prävention noch wirksamer werden? Und: Wie bringt man sie noch besser zu den Zielgruppen in die Unternehmen? In konkreten Projekten entwickeln wir erfolgreiche Vorgehensweisen beim Arbeitsschutz und der betrieblichen Gesundheitsförderung weiter und passen sie an aktuelle Erfordernisse der Arbeitswelt an. Natürlich haben wir dabei auch die Bedarfe kleiner und mittlerer Unternehmen im Blick.

Ein zentraler Themenbereich der iga ist die Gestaltung gesunder Arbeit. Woran arbeiten Sie in diesem Feld?

Der Gestaltung gesunder Arbeit ist einer von derzeit vier Themenbereichen der iga.  So untersuchten wir z.B. die Auswirkungen arbeitsbedingter räumlicher Mobilität auf die Gesundheit von Beschäftigten. Wir ermittelten, dass ein bestimmtes Maß an Mobilität zu verstärktem Stressempfinden und zu Gesundheitsrisiken führen kann. Die Unternehmen können jedoch auf viele Belastungen, die mit Mobilitätsanforderungen in Verbindung stehen, durch Gesundheitsförderung und eine gute Gestaltung der Arbeit reagieren. Ein zentrales, langfristig angelegtes Projekt in diesem Bereich ist das Deutsche Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung (DNBGF). Das DNBGF ist das größte Netzwerk zum Thema betriebliche Gesundheitsförderung in Deutschland. In den Foren der offenen Plattform tauschen sich die Verantwortlichen für betriebliche Gesundheitsförderung über ihre Erfahrungen aus und erhalten wertvolle Informationen.

Was empfehlen Sie einem Unternehmen, das sich für die Gesundheit seiner Beschäftigten stark machen möchte?

Wichtig ist ein überlegtes und planvolles Vorgehen. Dies gilt auch für kleine Unternehmen. Krankenkassen und Unfallversicherungsträger unterstützen die Betriebe dabei. Zudem sollten alle für das Thema Gesundheit wichtigen Personen und Stellen bei der Entwicklung der Gesundheitsförderung mit ins Boot geholt werden. Hierzu gehören insbesondere die Betriebsleitung, die Beschäftigten (und ihre Interessenvertretung), Führungskräfte, Arbeitsschutzexperten und die Personalabteilung, In der Praxis könnte das so aussehen: Die Leitung eines Betriebs kontaktiert die Krankenkasse, bei der die meisten seiner Beschäftigten versichert sind. Anschließend ermittelt sie gemeinsam mit allen Beteiligten die gesundheitlichen Problemfelder im Betrieb, zum Beispiel in einem Workshop, der durch die Krankenkasse moderiert wird. Die Geschäftsführung erarbeitet nun mit der Krankenasse Maßnahmen, um die Probleme zu beheben. Die Lösungen sind im Einzelfall sehr verschieden – wichtig ist, dass sie dort ansetzen, wo die Herausforderungen liegen.

Die Kooperationspartner der Initiative Gesundheit und Arbeit sind: der BKK Dachverband e.V., die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), der AOK-Bundesverband und der Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek).