Drei Fragen an ...

... Prof. Dr. Jessica Lang, RWTH Aachen, Institut für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin

Sie entwickeln derzeit das eLearning-Tool für Beschäftigte. Was sollen die Beschäftigten aus dem Tool mitnehmen?

Die Grundidee des eLearning-Tool ist, dass Beschäftigte den Erhalt ihrer psychischen Gesundheit fördern können. Das Tool soll ihnen helfen, ihr Arbeitsumfeld zu analysieren und ihre Handlungsoptionen zu erkennen. In einem ersten Schritt hilft das Tool, sogenannte Stressoren zu identifizieren. Damit sind Faktoren gemeint, die Stress auslösen, etwa regelmäßige Mehrarbeit und Arbeitsplatzunsicherheit. In einem zweiten Schwerpunkt wird auf Ressourcen eingegangen, die den Beschäftigten zur Förderung der eigenen psychischen Gesundheit zur Verfügung stehen. Abschließend wird bilanziert: Welche Ressourcen zur Förderung der psychischen Gesundheit stehen mir zur Verfügung? Welche potentiellen Stressoren gefährden diese und wo kann ich mir Unterstützung holen?

Worin unterscheiden sich die eLearning-Tools für Beschäftigte und Führungskräfte?

Beide Tools müssen den jeweiligen Rollen der Nutzer gerecht werden: Führungskräfte haben neben der Verantwortung für ihre eigene psychische Gesundheit zusätzlich die Fürsorgepflicht für ihre Mitarbeitenden. Für die Beschäftigten steht im Mittelpunkt, wie sie Stressfaktoren erkennen und mit diesen umgehen können. Zudem haben Beschäftigte in der Regel geringere Handlungsspielräume als Führungskräfte. Das Tool soll dafür sensibilisieren, wie man sich seiner Ressourcen bewusst werden und seine Handlungsoptionen nutzen kann – etwa indem es Tipps für Konfliktgespräche mit dem Vorgesetzten gibt.

Warum haben Sie sich erneut für ein E-Learning Tool entschieden?

Ein eLearning-Tool bietet eine Menge Vorteile gegenüber herkömmlichen Medien, wenn es darum geht, das Thema psychische Gesundheit möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Durch das Internet steht das Tool praktisch Jedem zur Verfügung. Das interaktive Format präsentiert die Inhalte sehr anschaulich. Ergänzende Materialien können wir leicht hinzufügen. Bei der Programmierung legen wir Wert darauf, dass Betriebe das Tool leicht in ihr Intranet und in firmeneigene Lern-Management-Systeme einbinden können. So erreicht es möglichst viele Beschäftigte. 

 

Das eLearning-Tool zur Stressreduktion für Beschäftigte steht voraussichtlich ab Herbst 2015 zur Verfügung.