Drei Fragen an ...

... Dr. Reinhold Sochert, Referent für Gesundheitsförderung, BKK Dachverband

Wie hat sich das Thema psychische Gesundheit in den letzten Jahren entwickelt?

Die Daten und Fakten sprechen eine klare Sprache: Die Bedeutung psychischer Erkrankungen hat in Deutschland in den letzten zwanzig Jahren immer mehr zugenommen. Verändert haben sich das Bewusstsein in Öffentlichkeit und Medizin für psychische Erkrankungen, aber auch die Arbeitsbedingungen. Multitasking, Arbeitsunterbrechungen, viel Zeitdruck – wer kennt das nicht. Nicht zuletzt hat auch der Gesetzgeber dieser Entwicklung Rechnung getragen durch die Einbeziehung psychischer Gefährdungen in die allgemeine Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz.

Was war der Impuls zur Gründung von psyGA?

Wir haben gemerkt: Uns fehlt es nicht an Fachwissen, sondern am Transfer dieses Wissens zu den Unternehmen. Das gilt für die Betriebliche Gesundheitsförderung im Allgemeinen und für die psychische Gesundheitsförderung im Besonderen. Und um diese Herausforderung anzugehen wurde 2010 psyGA gegründet.

Wie geht es mit psyGA weiter? Was ist geplant?

Nach unserer ersten Projektphase (2010 bis 2013) haben wir eine Evaluation durchgeführt. Auf Basis dieser Ergebnisse haben wir verschiedene, neue Handlungsfelder für die kommenden Jahre identifiziert. Zum Beispiel wollen wir mit unseren Angeboten noch stärker als bisher kleine und mittlere Unternehmen erreichen. Geplant sind deshalb verschiedene regionale Transferveranstaltungen in Zusammenarbeit mit starken Kooperationspartnern wie Krankenkassen und Unternehmerverbänden vor Ort. Wir wollen außerdem bestehende Materialien weiterentwickeln. Geplant sind zum Beispiel weitere Spezialausgaben des psyGA-Praxisordners, und zwar für die Branchen Handwerk, Pflege, den Öffentlichen Dienst und für das Nahrungs- und Gastgewerbe.