Webportale und Onlineangebote

Verschiedene Onlineangebote und Webportale bieten weiterführende Informationen zum Thema psychische Gesundheit in der Arbeitswelt an

Übersicht der Webportale und Onlineangebote

Kurzvorstellung der Webportale und Onlineangebote

Schweizer Stressportal: stressnostress -  Stressabbau und Stressprävention am Arbeitsplatz (Staatssekretariat für Wirtschaft SECO – Schweizerische Unfallversicherungsanstalt SUVA – Gesundheitsförderung Schweiz)

Das Schweizer Stressportal ist ideal für Einsteiger in Sachen Stressbekämpfung – sowohl in eigener Sache wie auf betrieblicher Ebene. Eine übersichtliche und selbsterklärende Menüführung leitet den Besucher zu kurzen und prägnanten Texten, die jeweils Links zu Spezialthemen und Vertiefungen enthalten – und die wiederum kurz und prägnant gehalten sind. Die Kernbereiche der Seite bieten Informationen zu Stress, zu Maßnahmen auf betrieblicher und individueller Ebene und Checklisten, mit deren Hilfe die individuelle Stressbelastung wie die in Organisationseinheiten erfasst werden können. Besonders hilfreich ist die Seite bei der Erkennung von Stresssignalen und Ursachen: Die Nutzer müssen sich nicht durch lange Texte wühlen, sondern finden eine Vielzahl von Stichworten, zu denen ebenfalls knappe und klare Aussagen gemacht werden.

BAuA-Toolbox: Instrumente zur Erfassung psychischer Belastungen (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin/BAuA)

Wer psychischen Belastungen in Organisationen systematisch, methodisch sauber und nachvollziehbar auf den Grund gehen möchte, findet in der Toolbox der BAuA eine Handlungshilfe, die den Stand des Wissens und der verfügbaren Verfahren widerspiegelt. Die derzeit fast 100 Verfahren in der "Werkzeugkiste" sind anhand verschiedener Kriterien kategorisiert, vielfältige Suchoptionen erleichtern die Auswahl der für den jeweiligen Zweck geeigneten Instrumente. Allerdings ist die BAuA-Toolbox nichts für Einsteiger auf der Suche nach schnellen Lösungen: Auf der Seite selbst wird darauf hingewiesen, dass der "Einsatz der Verfahren im Betrieb ist ohne theoretisches und methodisches Grundwissen auf dem Gebiet 'Psychische Belastung' kaum möglich" ist. Zwar können einzelne Verfahren auch von "ungeschulte Nutzern" eingesetzt werden, doch bei dieser Gruppe handelt es sich nicht um reine Laien, sondern z.B. um Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder Betriebsärzte.

Portal zur Gefährdungsbeurteilung

Wer sich zum noch jungen Feld "Gefährdungsbeurteilungen von psychischen Belastungen" sachkundig machen will, findet in dem von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) betriebenen Portal für Gefährdungsbeurteilung einen kommentierten Überblick der verfügbaren Instrumente einschließlich der Bezugsquellen. Die Datenbank zum Themenfeld umfasst aktuell 19 Instrumente, die von Unfallversicherungen, Gewerkschaften, wissenschaftlichen Instituten und staatlichen Einrichtungen entwickelt wurden. Die Handbücher, Checklisten und Tool-Boxen decken sowohl das gesamte Feld psychischer Belastungen ab wie spezielle Themen wie Arbeitszeit, Mobbing oder Fehlbeanspruchungen. Daneben bietet die Seite umfangreiches Basiswissen zum Thema Gefährdungsbeurteilung, Literatur mit Expertenwissen und einen Servicebereich, in dem Beratungsstellen, Gerichtsentscheidungen und natürlich ein Glossar der Fachbegriffe zu finden sind.

Informationen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zur Gefährdungsbeurteilung

Die rechtlichen und verfahrenstechnischen Grundlagen zum Thema Gefährdungsbeurteilungen hat die BAuA auf ihren Internetseiten zusammengefasst. Hier finden sich neben dem branchen- und themenübergreifenden "Ratgeber zur Gefährdungsbeurteilung" Hilfsmittel, Literaturlisten, technische Regeln und Leitlinien. Der Ratgeber ist als Loseblatt-Sammlung angelegt und wird Zug um Zug ergänzt, die bisherigen Inhalte sind auf den BAuA-Seiten eingestellt.

ProMenPol-Toolbox (Promoting and Protecting Mental Health – Supporting Policy through Integration of Research, Current Approaches and Practices)

ProMenPol eröffnet Betrieben einen einfachen Weg, aus der Vielzahl von Instrumenten für Erhalt und Förderung der psychischen Gesundheit genau die herauszusuchen, die für die jeweilige Aufgabenstellung geeignet sind. In der Datenbank der vom ENHWP (European Network for Mental Health Promotion) unterstützten Projektes sind Maßnahmen, Programm, Kampagnen oder Evaluationssysteme aus 20 europäischen und außereuropäischen Ländern aufgeführt. Über ein ausgeklügeltes Suchprogramm können sowohl erfahrende BGM-Akteure wie "Stöberer" für sie geeignete Instrumente identifizieren: Möglich sind beispielsweise Suchläufe bei denen Einsatzort, Erfahrungen, Evaluationsstand und Typ des Instrumentes vorgegeben werden wie auch eine Suche anhand der ICF-Kodierung (ICF: Internationale Klassifizierung der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit) oder schlicht über bestimmte Schlagworte. Bei der Anwendung der Instrumente kann man auf die ebenfalls auf der Seite eingestellten, knapp gefassten Handbücher zurückgreifen. Die Basisinformationen einschließlich Datenbank und Suchmaschine sind auf Deutsch verfügbar, die Handbücher nur auf Englisch. Die Seite bietet außer den Instrumenten für das Setting Arbeitsplatz auch solche für Schulen und Altenheime.

Interaktives Online-Angebot für Gastronomie und Hotellerie:  "Picknickkorb zur Vermeidung von Stressanfällen" (Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe/BGN)

Hierbei handelt es sich um ein "interaktives Angebot für Unternehmer, Beschäftigte und Azubis im Gastgewerbe" und ist ein Beispiel dafür, wie Stressmanagement auf die branchenspezifischen Belastungssituationen in Kleinst- und Familienunternehmen der Gastronomie und Hotellerie übertragen werden kann. Multimedial aufbereitet – z.B. durch Filmsequenzen und Hörspielszenen – werden hier Selbsttests angeboten, die Reaktionen in konkreten Alltagssituationen durchgespielt oder Online-Entspannungsangebote gemacht. Der Fokus dieses vielfältigen Angebotes liegt im Bereich der individuellen Stress- bzw. Verhaltensprävention. Die Produktion der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) wurde 2008 als beste Multimedia-Anwendung zur Prävention von Unfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren ausgezeichnet. Die BGN ist Kooperationspartner bei psyGA.

Englischsprachige Onlineangebote:

Stressportal der britischen Arbeitsschutzorganisation Health and Safety Executive (HSE):  Work related stress - together we can tackle it

Das Stressportal der britischen Arbeitsschutzorganisation Health and Safety Executive (HSE) ist aufgebaut wie ein praxisorientiertes "Handbuch" für Unternehmen und Individuen, die arbeitsbedingte Stress systematisch bekämpfen möchten. In einem auch für nicht Muttersprachler einfachen und klarem Englisch werden Mitarbeiter auf allen Ebenen – vom Vorstand bis zum einfachen Mitarbeiter – direkt angesprochen und mit passenden Hintergrundinformationen wie mit konkreten Handlungsmöglichkeiten versorgt. Besonders hilfreich sind die zahlreichen Instrumente zur Erfassung der aktuellen Situation bzw. zum Handlungsbedarf: Hier findet sich beispielsweise das "Line Manager Competency Indicator Tool", ein Fragebogen für Mitarbeiter, der Unternehmen die Einschätzung der gegenwärtigen Arbeitsbedingungen erlaubt und dessen wiederholter Einsatz Entwicklungen nachvollziehbar macht. Parallel dazu gibt es ein Instrument, mit dem Führungskräfte selbst messen können, wie es um ihre Kompetenz beim Stressmanagement ihrer Mitarbeiter bestellt ist. Dieser Bereich ist zu Informationen verlinkt, die das weitere Vorgehen je nach Ergebnisse vorschlagen. Letztlich deckt das Angebot von der ersten Analysephase bis zu praktischen Leitlinien um Umgang mit psychischen Problemen ab, wie die Broschüre "Line Managers' Resource - A practical guide to managing and supporting people with mental health problems in the workplace" zeigt.

Australische Initiative zur Bekämpfung von Depression und anderen psychischen Erkrankungen: beyondblue National Workplace Program

In Australien ist die Förderung psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz die Konsequenz einer nationalen Initiative zur Bekämpfung von Depression und anderen psychischen Erkrankungen mit dem Namen beyondblue. Die englischsprachige Webseite dieser Initiative bringt Belege dafür, dass Einstellungen und Verhaltensweisen gegenüber psychischen Erkrankungen durch die Kombination von Bewusstmachung der Probleme mit der Einführung von geeigneten Managementstrategien nachhaltig verändert werden können. Es werden repräsentative Ergebnisse des vor acht Jahren gestarteten nationalen Arbeitsplatzprogramms vorgestellt.

Projekt bei der Arbeit mit 120 Betrieben und Organisationen in London: Business Mentality: Less stress – More success!

Speziell an kleine Unternehmen richtet sich diese englischsprachige Seite, und entsprechend direkt und einfach werden die Besucher angesprochen. Kein Wunder, das Angebot basiert auf den praktischen Erfahrungen, die das von der Londoner Regionalentwicklungsagentur "London Development Agency" geförderte Projekt bei der Arbeit mit 120 Betrieben und Organisationen in London gewonnen hat. Ein "5 minute stress check for small organisations" benötigt nur 10 Fragen, um Kleinunternehmern mithilfe einer Grafik anzuzeigen, wie gut sie in den einzelnen stressrelevanten Bereichen unternehmerischen Handelns aufgestellt sind.

Webportal: Re-Integrate – Return to work - An Integrated e-learning Environment

Das interaktive und von der EU geförderte Webangebot versetzt Personalmanager und personalverantwortliche Führungskräfte in die Lage, die Wiedereingliederungsprozess von Beschäftigten nach langen Arbeitsunfähigkeitszeiten gleichermaßen individuell wie systematisch zu steuern und zu betreuen. Zugleich können Betriebe mit einem Online-Kalkulator anhand von 23 Fragen errechnen, wie die Kosten für krankheitsbezogene Abwesenheiten das Unternehmen belasten. Das eigentliche Schulungsmodell ist ein E-learning Programm (Registrierung erforderlich), das aufzeigt, wie ein Betrieb einen systematischen Wiedereingliederungsprozess in seine Organisation implementieren kann und wie kranke Mitarbeiter während der Abwesenheit betreut werden sollten, wobei auf die unterschiedlichen nationalen Rahmenbedingungen eingegangen wird. Ergänzend werden Fragebögen zur Verfügung gestellt, mit denen die individuelle Befähigung der Verantwortlichen wie die Qualität des aktuellen Wiedereingliederungsmanagements gemessen werden können. Die Seite steht in Englisch, Italienisch und Slowakisch zur Verfügung.
(Coordinator: Work Research Centre WRC, Dublin, Irland)