Die psychische Gesundheit der Beschäftigten fördern

„Kein Stress mit dem Stress – psyGA vor Ort“ beim Vivantes Netzwerk Gesundheit in Berlin

„Kein Stress mit dem Stress – die psychische Gesundheit der Beschäftigten fördern“ lautete der Titel der psyGA-Veranstaltung mit dem Vivantes Netzwerk Gesundheit und der Hochschule Neubrandenburg, die am 26. Januar in Berlin stattfand. Mehr als 160 Beschäftigte und Führungskräfte nutzten die Gelegenheit zum gemeinsamen Austausch und Wissenstransfer in die Praxis. Mit der Veranstaltungsreihe „psyGA vor Ort” unterstützt das Projekt psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA) Unternehmen und Beschäftigte verschiedener Branchen in einer immer komplexeren und dynamischen Arbeitswelt bei der Förderung der psychischen Gesundheit ihrer Beschäftigten.

Dr. Eva Müller-Dannecker, Leiterin der Personal- und Organisationsentwicklung von Vivantes, machte sich in ihrem Vortrag für eine verbesserte Arbeitssituation im Klinikbetrieb stark – insbesondere Führungskräfte hätten daran einen entscheidenden Anteil. Voraussetzung sei allerdings, dass Leitbild und Führungsgrundsätze nicht nur gedruckt in der Schublade lägen, sondern auch in der Praxis gelebt würden. Darüber hinaus hätten auch die Beschäftigten einiges in der Hand, um sich selbst den Umgang mit Patienten, Angehörigen und Vorgesetzten zu erleichtern. Ein Ansatzpunkt sei das Thema Sprache: „Im Kontakt mit Patienten, Angehörigen und Vorgesetzten kann ein guter Umgang mit Sprache unnötigen Stress verhindern helfen,” so Müller-Dannecker.

Im Impulsvortrag „Sprache als Schlüssel zur eigenen Gesundheit” erläuterte Sandra Mantz, Leiterin der SprachGUT Akademie Niedernberg, die Vorteile einer offenen, klaren und transparenten Kommunikation. Nur so ließen sich Missverständnisse zwischen Pflegern, Ärzten und Patienten vermeiden – und damit letztlich Stress vorbeugen. Abschließend ermunterte Dr. Willi Neumann, Diplom-Psychologe und Professor im Fachbereich Gesundheit, Pflege und Management an der Hochschule Neubrandenburg, die Teilnehmenden zum Einsatz der psyGA-Materialien. Der niedrigschwellige und praxisnahe Zugang ermögliche es, das vorhandene Wissen ohne Umschweife in die betriebliche Praxis zu übertragen, so Neumann. Die Hochschule Neubrandenburg plane laut seiner Aussage sogar den Einsatz der psyGA-Materialien in der Lehre.

Dass vor allem im Gesundheitsbereich Handlungsbedarf besteht, zeigt aktuell der Gesundheitsbericht Berlin-Brandenburg. Ihm zufolge gehören psychische Erkrankungen zu den häufigsten Ursachen für Fehlzeiten am Arbeitsplatz. Nach Beschäftigten der öffentlichen Verwaltung sind Arbeitnehmer im Gesundheits- und Sozialwesen besonders häufig erkrankt.